Offenbach, Donnerstag, den 12.03.2026

Tief FRITAUN dreht seine Kreise

Über dem Nordatlantik dominiert aktuell ein großräumiger Tiefdruckkomplex die Wetterkarte.

Das steuernde Zentraltief hört dabei auf den Namen FRITAUN, und FRITAUN hat noch ein paar kleinere Weggefährtinnen um sich geschart. Ob es sich bei diesen nun um "Ableger" von FRITAUN selbst oder um Fragmente des Tiefs GINA handelt kann man im akademischen Raum sicher trefflich diskutieren. Klar ist aber, dass FRITAUN und die kleineren Umgebungstiefs bis ins Wochenende hinein östlich bzw. nordöstlich von Island um einander kreisen und ihre Bahnen dabei ein wenig wie die Pirouetten einer Ballerina wirken.


Wetterkarte


Das ist (meteorologisch) hübsch anzusehen, wobei die räumliche Ausdehnung von FRITAUN so gar nichts mit einer zarten Ballerina zu tun hat. Vielmehr überdeckt der Tiefkomplex weite Teile des Nordatlantiks, sein Kerndruck soll am heutigen Donnerstagmittag bei etwa 953 hPa liegen und damit kommt FRITAUN eher "muskelprotzig" denn "zartbesaitet" daher.

Wie auch immer, für uns bedeutet das auf jeden Fall, dass auf der Südflanke des bzw. der Tiefs fleißig feuchte Atlantikluft zu uns geschaufelt wird. Aufgrund der Größe, Lage und Kraft des Tiefs ist als Ursprungsort der Luftmassen, die uns in den kommenden Tagen "beglücken", der subpolare Bereich irgendwo zwischen Grönland und Kanada auszumachen. Laut einer Tabelle des DWD-Lexikons könnte man diese Luftmasse als mP (maritime Subpolarluft) klassifizieren. Wenn man dann aus der besagten Tabelle (zu finden unter https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?lv3=733350&lv2=101518) noch die typischen Eigenschaften der Luftmasse (nasskalt, Regen, Bergland Schnee) herausklaubt, hat man schon eine recht brauchbare Wettervorhersage für die kommenden Tage.

Ganz so einfach soll es hier aber nicht ablaufen. Die feinere Differenzierung zeigt uns den heutigen Donnerstag und die Nacht zum morgigen Freitag als weitgehend trocken, wenn man mal von letztem Regen und Schnee im äußersten Südosten absieht. Am Freitag greifen dann Regenfälle auf den Westen und Nordwesten über, die in der Nacht zum Samstag die Mitte, den Nordosten und den Südwesten erreichen und zu einem Frontensystem des o. a. Tiefs FRITAUN gehören. An und auch im Vorfeld der Front frischt dabei der Wind stark böig auf.

Für den Samstag und in der Nacht zum Sonntag soll sich das Bild dann zumindest bezüglich der räumlichen Verteilung der Niederschläge drehen. Diese kommen allmählich in den Süden, Südosten und Osten voran, in den übrigen Gebieten lassen sie dagegen nach und die Wolken zeigen von Nordwesten her immer größeren Lücken. Bleibt der Sonntag: Im Südosten lassen die Niederschläge nach, zum Abend ist es wohl allgemein trocken, aber in der Nacht zum Montag greift von Nordwesten her rasch ein neues breites Regenband - auch mit böigem Wind - auf uns über, welches bis zum Montagmorgen schon die Mitte erreicht.


Deutschland 2. bis 4. Tag


Dann ist FRITAUN aber schon nicht mehr die Chefin "im Ring". Vielmehr macht FRITAUN dann Platz für ein neues, ebenfalls "ausgewachsenes" Tief, das südlich von Island nach Osten zieht. Es könnte auf den Namen HEDDA hören, die Taufe wird dann aber von den Kolleginnen und Kollegen der Uni Berlin vorgenommen. Für den Montag plant HEDDA eine Fortsetzung des FRITAUNschen Wetters. Nach jetzigem Stand steht dann aber ab Dienstag eine Wetterberuhigung an. Dann soll sich über Westrussland ein Hoch etablieren, das die "übergriffigen" Tiefs auf dem Atlantik blockiert.