08. Februar 2026 | Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn

Tag des Koffeins

Tag des Koffeins

Datum 08.02.2026

Heute ist der Geburtstag von Friedlieb Ferdinand Runge. Er gilt als der Entdecker des Koffeins - ein Stoff, der durch so manchen trüben Tag hilft.

Friedlieb Ferdinand Runge lebte von 1794 bis 1867. Er war ein deutscher Chemiker, den schon früh die Leidenschaft für die Chemie und damit verbundene Experimente packte. Er wurde bekannt durch seine Untersuchungen von Steinkohlenteer und Koffein. Außerdem erfand er die Kerzen aus Palmwachs (Stearin) und entwickelte die Palmölseife. Und er war ein Pionier auf dem Gebiet der Papierchromatographie.

Doch nun zum Koffein: Während seines Chemiestudiums in Jena soll Runge auf Johann Wolfgang von Goethe getroffen sein, der ihm einige Kaffeebohnen schenkte, um damit zu experimentieren. Und das tat Runge dann auch. Im Jahre 1819 gelang es ihm erstmals Koffein aus den Bohnen zu extrahieren. Zwei Jahre später gelang es auch französischen Apothekern den Reinstoff Koffein aus Bohnen zu gewinnen. Etliche Jahre später bestimmten Christoph Heinrich Pfaff und Justus von Liebig die Summenformel für den Stoff, der gemeinhin als Aufputschmittel gilt.

Koffein steigert nicht nur die Aktivität von Nerven, ihm wird neben vielem anderen auch eine Bronchialerweiterung, Pulssteigerung und die Anregung der Darmbewegung zugeschrieben. Es kommt nicht nur in Kaffee vor, sondern auch in Tee, Cola, Mate, Guarana, Energydrinks und sogar in Kakao. In chemischer Form ist es ein weißes und geruchsloses Pulver mit bitterem Geschmack. In der Natur kommt es in über 60 verschiedenen Pflanzen vor. Die umgangssprachliche Unterscheidung von Koffein (aus Kaffee) und Tein (aus Tee) beruht auf der unterschiedlichen Wirkung im Körper. Die gerösteten Kaffeebohnen setzen in Verbindung mit Magensäure sofort Koffein frei, es wirkt also bereits im Magen. Beim Teegenuss wird das Koffein erst im Darm freigesetzt, die Wirkung tritt später ein, hält dafür länger an.

Die wichtigste Eigenschaft des Koffeins bleibt die Stimulanz. Sie tritt bereits bei geringer Dosierung auf und beeinflusst vor allem psychische Grundfunktionen wie Antrieb und Stimmung. Daher ist den meisten Menschen der Kaffee oder Tee auch so lieb, denn er hebt die Laune und lässt Müdigkeit verschwinden. Gleiches tut übrigens auch die Sonne. Allerdings setzt sie im Körper kein Koffein frei, sondern sorgt für die Bildung von Glückshormonen bei gleichzeitiger Unterdrückung der Melatoninbildung (Schlafhormon).

Nun ist die Sonne aktuell eher Mangelware. An etwa 145 Messstationen gab es in diesem Februar bis heute weniger als 2 Stunden Sonne. An mehr als 250 Stationen gab es bis heute im Februar nur an knapp der Hälfte der Tage (3 von 7) überhaupt Sonnenschein. Grund genug also, sich nach alternativen Stimulanzen umzusehen und da kommt das von Friedlieb Ferdinand Runge entdeckte Koffein gerade recht, denn es ist unabhängig der Tageszeit verfügbar.



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