Das Wetter in ganz Deutschland wird von Hoch CHRISTIAN über Osteuropa bestimmt. Wir befinden uns also am Westrand dieses kräftigen Hochs in einer östlichen bis südöstlichen Strömung. Dieser Hochdruckeinfluss hat für unterschiedliche Regionen in Deutschland am heutigen Sonntag (und auch in den kommenden Tagen) ganz verschiedenes Wetter zur Folge. Begeben wir uns im heutigen Thema des Tages auf eine Reise zu unterschiedlichen Orten in unserem Land und schauen uns das dortige Wetter an.
Beginnen wir unsere Reise in der Bundeshauptstadt Berlin. Ein Hochnebelband sorgte zwar noch für einen grauen Start in den Morgen. Doch mittlerweile hat sich die dichte Wolkendecke nach Norden verabschiedet und es scheint – wie auch in den meisten Regionen des Ostens – die Sonne. Bei Nachmittagstemperaturen um 4 Grad ist eine Jacke jedoch vonnöten. Lagen vor einer Woche noch zwischen 5 und gut 10 cm Schnee, so sind heute höchstens noch in ein paar schattigen Ecken letzte Schneereste zu finden.
Fahren wir nun südwärts nach Dresden und in die Region rund ums Erzgebirge. Auch in der sächsischen Hauptstadt scheint die Sonne bei ähnlichen Temperaturen wie in Berlin. Diese fühlen sich bei einem Spaziergang entlang des Elbufers aber deutlich frischer an. Der Grund ist der sogenannte „Böhmische Wind“, der durch das Elbtal pfeift und immer mehr an Stärke gewinnt. Nicht nur im Elbtal ist der lästige Böhmische Wind zu spüren. Im gesamten Erzgebirgsraum und bis hinein ins Vorland, also auch in Chemnitz, nimmt der Wind heute immer weiter zu. Auf dem Erzgebirgskamm bläst der Wind mit (schweren) Sturmböen, aber auch in freien Lagen des Vorlands und in Nordwest-Südost ausgerichteten Tälern wie das Elbtal oder das Tal der Freiberger Mulde kann der Wind zeitweise sogar stürmisch auffrischen.
Weiter geht es südwärts nach Niederbayern. Auch dort hat sich mittlerweile fast überall die Sonne durchgesetzt. Anders als bei den vorherigen Orten konnte sich dort in den vergangenen Tagen die Milderung nie so richtig durchsetzen. Bei Höchstwerten um 0 Grad liegen dort selbst in den Niederungen noch ein paar Zentimeter Schnee (z.B. 6 cm in Fürstenzell). Sonnenschein und Schnee bieten also beste Voraussetzungen für einen sonntäglichen Verdauungsspaziergang in Winterkulisse.
Eine traumhafte Winterkulisse bieten auch die Bayerischen Alpen. Azurblauer Himmel, traumhafte Fernsicht und weiß verschneite Berghänge und Pisten lassen die Herzen jedes Wintersportlers höherschlagen. Bei einem Getränk auf einer der zahlreichen Hütten kann man das herrliche Wetter bei teils über 5 Grad (plus!) auf rund 1500 m genießen. Blickt man hinunter ins Tal, schaut man auf ein weißes Hochnebelmeer.
Bringen wir uns mit dem Lift (oder mit den Skiern) hinunter ins Tal, so tauchen wir in den Nebel ein, bis wir weiter unten aus der Nebeldecke wieder herauskommen. Nun finden wir ein ganz anders Bild als oben auf dem Berg wieder. Tristes „grau-in-grau“ erwartet uns am Alpenrand und in Schwaben bis zur oberen Donau. Vom Bilderbuchwetter bleibt keine Spur mehr übrig und anders als auf den Bergen ist es unangenehm kalt bei Temperaturen um oder gar unter dem Gefrierpunkt.
Fahren wir anschließend den Rhein entlang nordwärts. Am tristen Anblick ändert sich nichts. Der gesamte Oberrheingraben und auch das Rhein-Main-Gebiet liegen unter einer grauen Hochnebeldecke. Mit rund 4 Grad ist es in Frankfurt allerdings nicht ganz so kalt wie unter dem Hochnebel im Süden.
Weiter geht es entlang des Rheins nach Köln. Durch das Rheintal wird der Hochnebel bis in die Karnevalshochburg geblasen, sodass es auch dort grau ist. Knapp nördlich von Köln reißt die Wolkendecke aber innerhalb weniger Kilometer auf. In der anderen Karnevalshochburg Düsseldorf, im gesamten Ruhrgebiet sowie am Niederrhein herrscht wieder strahlender Sonnenschein. Mit Temperaturen um 6 Grad ist dies im Tiefland auch die mildeste Region.
Fahren wir weiter in den hohen Norden nach Sylt. Dort und entlang der gesamten Nordseeküste präsentiert sich das Wetter wieder von seiner trüben Seite. Kompakte Wolkenfelder versperren dort die Sicht auf blauen Himmel und Sonnenschein. Unsere Reise endet an der Ostsee auf Rügen. Diese Insel präsentiert sich heute deutlich freundlicher mit viel Sonnenschein, jedoch bei eher kühlen 2 Grad.
In der kommenden Woche geht es mit diesen Wetterkontrasten zwar weiter. Die positive Nachricht ist aber, dass Nebel und Hochnebel immer mehr der Sonne weichen müssen. Der Oberrheingraben ist die letzte Bastion, wo das Dauergrau noch die Stellung halten kann. Dort hat die Sonne mit etwas Pech keine Chance, um gegen den Hochnabel anzukommen. Den großen Rest des Landes kann die Sonne erobern und scheint dort spätestens ab Dienstag von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Sollte sich in manchen Flusstälern doch mal ein Nebelfeld bilden, wird dieses von der Sonne im Laufe des Vormittags vertilgt. Auch dem Böhmischen Wind geht im wahrsten Sinne des Wortes langsam die Puste aus. Zwar schläft er nie ganz ein, verliert aber ab Dienstag allmählich an Stärke. Inwieweit in der zweiten Wochenhälfte zaghafte Versuche altersschwacher Fronten aus Westen von Erfolg gekrönt sind, um gegen das Dauerhoch anzukämpfen, bleibt abzuwarten. Vielleicht bringen sie nur ein paar dichtere Wolkenfelder mit, möglicherweise kann es im Westen aber auch mal ein paar Tropfen Regen geben. Bis in die Osthälfte werden es die Fronten aber nicht schaffen, sodass das Hoch dort weiterhin die Oberhand mit Sonnenschein behält.