Am insgesamt ruhigen Herbstwetter ändert sich auch in den kommenden Tagen zunächst wenig. Langsam, aber stetig verliert das wetterbestimmende Hoch KLAUS aber allmählich die Kontrolle über das Geschehen und zieht sich sukzessive zum Schwarzen Meer zurück. Richtiger Tiefdruckeinfluss macht sich dadurch hierzulande aber nicht breit. Es ist lediglich eine kleine Störung in Form eines vor allem in höheren Luftschichten ausgeprägten Tiefs, das bis Montag vom Ärmelkanal zur Nordsee zieht.
Dadurch ändert sich hierzulande aber kaum etwas am bis dato für den Monat - und wenn man ehrlich ist auch für den Großteil des Herbstes - so typischen Wettergeschehens der vergangenen Tage. Vielerorts dominiert herbstliches Grau mit Nebel und Hochnebel. Ein finnischer Kollege bemerkte dieser Tage scherzhaft auf einem internationalen Kongress an, dass nun die Jahreszeit der "Fifty Shades of Grey" beginne. Das wohlgemerkt bei einer Tageslänge von rund 8 Stunden derzeit in Helsinki, wo uns hierzulande in Berlin immerhin etwa 1 Stunde mehr verbleibt. Bis zur Wintersonnenwende am 21. Dezember sinkt diese Zahl nun rapide auf unter 6 Stunden in der finnischen Hauptstadt, wodurch der mit rund 1,5 Millionen besiedelte Großraum (einschließlich Umland) mehr oder weniger deutlich die Polarnacht in Lappland umgeht. Mit der Tageslänge stetig abwärts geht es natürlich auch bei uns, in List auf Sylt liegen zum astronomischen Winterbeginn gerade noch 7 Stunden und 10 Minuten zwischen Sonnenauf- und -untergang. Die subjektive Wahrnehmung ist bei trüben Verhältnissen fraglos ungleich trister, sprich dunkler.
Doch zurück zum Hier und Jetzt: Höhere Sonnenchancen bestehen am heutigen Samstag vor allem von Nordfriesland über Vorpommern bis zum Erzgebirge sowie Richtung Ruhrgebiet. Am morgigen Sonntag können sich vor allem Bewohner der Lausitz, sowie im Laufe des Nachmittags auch die Südbadener und Oberschwaben Hoffnung auf längeren Sonnenschein machen. Sonst braucht es eine Portion Glück, um ein paar goldene Novemberstrahlen zu erhaschen.
Bei den Temperaturen ändert sich insgesamt auch nicht allzu viel, das Niveau bleibt für die Jahreszeit etwas unterkühlt. Vieles steht und fällt mit der Bewölkung. Klart es nachts auf, gibt es vielfach leichten Frost. Kommende Nacht sind im Osten lokal gar mäßige Fröste unter -5 Grad zu erwarten. Mit Sonne sind tagsüber bis 12 Grad drin. Für die meisten von uns gibt es im Dauergrau etwas dazwischen um die +5 Grad mit kaum nennenswerten Unterschieden zwischen Tag und Nacht.
Mehr Bewegung in die Wetterküche kommt zumindest im Süden und Südwesten ab Montagnachmittag, wenn es verbreitet zu regnen beginnt. Dies ist den Ausläufern eines kräftigen Sturmtiefs über dem Atlantik geschuldet. Der Fakt, dass es international auf den Namen BRUNA getauft wurde, verdeutlicht, dass es durchaus auch warntechnische Relevanz besaß und noch immer besitzt. Von den Azoren über Madeira bis zu den Kanaren mit La Palma und Teneriffa wird von den Kollegen des Portugiesischen und Spanischen Wetterdienstes (IPMA/AEMET) vor Sturmböen und Starkniederschlägen gewarnt. Allzu heftig wird das bei uns aller Voraussicht nach nicht sein. Derzeitige Berechnungen gehen aber immerhin von Regensummen zwischen 20 und 30 Litern auf den Quadratmeter vom Breisgau bis zum Allgäu aus. Vor allem im Südschwarzwald könnte es staubedingt auch etwas mehr sein. Der Wind spielt derweil bei uns gar keine Rolle, da das Zentrum des Tiefs in sicherer Entfernung über dem Atlantik verbleibt.
Bis zur Wochenmitte breiten sich die Regenfälle bei uns voraussichtlich bis mindestens zur Landesmitte aus, was mit einer spürbaren Milderung im Südwesten einhergeht. Dann sind im Breisgau nach zuletzt Ende Oktober auch mal wieder Temperaturen über 15 Grad drin.

