02. November 2026 | Dipl.-Met. Marcel Schmid

Deutschlandwetter im Oktober 2026

Deutschlandwetter im Oktober 2026

Datum 02.11.2026

Oktober 2026 zeitweise golden und warm, aber auch überdurchschnittlich nass

Einen fulminanten Start mit spätsommerlichen Höchstwerten und etlichen neuen Tagesrekorden legte der Oktober 2026 hin. In der Folge gingen die Temperaturwerte zwar zurück, verblieben aber dennoch auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau. Das erste Mal seit Februar dieses Jahres gab es verbreitet wieder mehr Niederschlag als im Klimamittel, wobei die Niederschläge sehr inhomogen verteilt waren. Im Norden und Westen fiel teilweise dreimal so viel Regen wie im Osten. Die Sonne sorgte insbesondere in der ersten Monatshälfte für einige goldene Momente und schien bei relativ homogener Verteilung leicht überdurchschnittlich lang. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Goldene Morgenstimmung im Oktober (Neuhaus am Rennweg)


Von sommerlichen Höchstwerten bis Nachtfrost alles dabei

Der Oktober 2026 erreichte ein Temperaturmittel von 10,6 Grad Celsius (°C) womit das Klimamittel 1961 bis 1990 (9,0 °C) um 1,6 Grad überschritten wurde. Gegenüber der Periode 1991 bis 2020 (9,4 °C) ergab sich ein Temperaturüberschuss von 1,2 Grad. Besonders mild war es im Norden und Westen, wohingegen es im Südosten vor allem nachts durch eine fehlende schützende Wolkendecke teils empfindlich frisch wurde. Dippoldiswalde-Reinberg (Sachsen) dürfte mit -3,1 °C am 20. voraussichtlich den deutschlandweiten Tiefstwert verzeichnen. Besonders warm gestalteten sich die ersten Oktobertage, als vielfach und an mehreren Tagen die 20-Grad-Marke geknackt wurde. Sommerliche Höchstwerte gab es direkt zum Monatsbeginn im Osten des Landes; der bundesweite Oktoberhöchstwert wurde am 1. mit 27,5 °C in Mehringen (Sachsen-Anhalt) gemessen.

Der erste Monat mit Niederschlagsplus nach einem halben Jahr Trockenheit

Im Oktober fielen rund 76 Liter pro Quadratmeter (l/m²) Niederschlag und damit war es seit Februar der erste Monat, in dem es deutschlandweit mehr Niederschlag gab als in den jeweiligen monatlichen Referenzzeiträumen. Der Wert der Referenzperiode 1961 bis 1990 (56 l/m²) wurde um 36 Prozent (%) überboten. Im Vergleich mit dem Referenzzeitraum 1991 bis 2020 (63 l/m²) lag der Überschuss bei einem Fünftel.
Allerdings war der Niederschlag im Oktober äußerst ungleichmäßig verteilt. Besonders auffällig war ein ausgeprägtes Nordwest-Südost-Gefälle: Während im Westen und Norden gebietsweise mehr als 100 l/m² vom Himmel kamen, summierten sich die Niederschläge im Osten häufig nur auf 30 bis 50 l/m². Besonders trocken blieb es im Grenzgebiet zu Polen mit teils weniger als 20 l/m². Den höchsten Tagesniederschlag verzeichnete Meßstetten-Appental in Baden-Württemberg mit 73 l/m² am 4. Oktober und in der Nacht zum 5. Oktober. Ursache waren heftige Starkregenfälle im Zusammenhang mit einem Höhentief.
Trotz des feuchten Oktobers fehlen in der Jahresbilanz zum aktuellen Zeitpunkt weiterhin etwa 120 l/m² Niederschlag im Vergleich mit den langjährigen Mittelwerten. Auch die Bodenfeuchte hat sich vielerorts noch nicht nachhaltig erholt (siehe auch DWD-Bodenfeuchteviewer). Die Niederschläge konnten die zuvor entstandenen Defizite bislang nicht ausgleichen. Vor allem in der Südhälfte und im Osten Deutschlands sind die Böden weiterhin trockener als üblich. Die Trockenheit zeigt sich zudem an den weiterhin sehr niedrigen Wasserständen der großen Flüsse.

Insbesondere in der ersten Monatshälfte viele goldene Momente

Im Oktober 2026 tauchte die Sonne die Landschaft etwa 122 Stunden in ein goldenes herbstliches Licht. Allein in der ersten Monatshälfte wurden bereits 80 Stunden registriert. Das Plus gegenüber den Referenzzeiträumen 1961 bis 1990 (109 Stunden) und 1991 bis 2020 (108 Stunden) betrug etwa 12 bis 13 %. Damit war es der achte Monat in Folge, der sonniger als im langjährigen Mittel ausfiel. Längere Nebel- und Hochnebelphasen blieben in diesem Oktober aus, was den Sonnenüberschuss maßgeblich begünstigte. Ungewöhnlich lange zeigte sich das Zentralgestirn ganz im Westen des Landes, während der äußerste Norden sich etwas trüber präsentierte.

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im September 2026*

Platz

Station

Bundesland

durchschnittliche
Temperatur

Abweichung
1Helgoland Schleswig-Holstein13,8 °C+2,1 Grad
2NorderneyNiedersachsen12,8°C+2,0 Grad
3Borkum-Flugplatz Niedersachsen 12,6 °C+1,7 Grad

Vergleichsweise kühle Orte im September 2026*

Platz

Station

Bundesland

durchschnittliche
Temperatur

Abweichung
1Zinnwald-Georgenfeld Sachsen7,0 °C+1,5 Grad
2CarlsfeldSachsen7,1 °C+1,5 Grad
3Deutschneudorf-BrüderwieseSachsen7,1 °C+0,0 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im September 2026**

PlatzStationBundesland

Niederschlags-
menge

Anteil
1 WesselburenSchleswig-Holstein181,0 l/m²203 %
2Aschau-Stein Bayern179,1 l/m²130 %
3ErfdeSchleswig-Holstein169,6 l/m²196 %

Besonders trockene Orte im September 2026**

Platz

Station

Bundesland

Niederschlags-
menge

Anteil
1 Grambow-Schwennenz Mecklenburg-Vorpommern18,7 l/m²46 %
2Prenzlau-Ewaldshof Brandenburg19,0 l/m²57 %
3Gartz (Oder)-Hohenreinkendorf Brandenburg19,1 l/m²57 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im September 2026**

PlatzStationBundesland

Sonnenschein-
dauer

Anteil
1Weilerswist-Lommersun Nordrhein-Westfalen174 h163 %
2 Mönchengladbach-Hilderath Nordrhein-Westfalen171 h150 %
3GeilenkirchenNordrhein-Westfalen169 h147 %

Vergleichsweise sonnenscheinarme Orte im September 2026**

PlatzStationBundesland

Sonnenschein-
dauer

Anteil
1Schwarzburg Thüringen81 h71 %
2SchierkeSachsen-Anhalt87 h82 %
3KyritzBrandenburg87 h92 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatsmittelwertes
zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode,
normal = 100 Prozent).

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

Hinweis: Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und alle
Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.



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