04. August 2026 | M.Sc. Felix Dietzsch

Wetter, Waldbrand, Wasserdurst

Wetter, Waldbrand, Wasserdurst

Datum 04.08.2026

Der Sommerbetrieb läuft weiter auf Hochtouren. Auch wenn es in den nächsten Tagen mit den Temperaturen nach unten geht: Es bleibt weiter warm bis heiß und trocken. Mit den entsprechenden Folgen.

Gute 36 °C, im Laufe des Nachmittags wahrscheinlich 37 °C bis knapp 38 °C stehen auch heute schon wieder ganz oben auf der Temperaturhitliste. Mittlerweile zählt man schon gar nicht mehr mit, wie oft dieses Jahr schon die 35 °C-Marke geknackt wurde. Die Statistik dürfte vermutlich jeden Rahmen dessen sprengen, was man bisher kannte. Aber dabei gibt es immerhin eine gute Nachricht: Spätestens ab Donnerstag geht es mit der Temperatur erst einmal nach unten. Dann legt sich eine Kaltfront aus Richtung Nordsee diagonal über Deutschland hinweg und trennt den Nordwesten vom Südosten. Dann werden auf der kühleren Seite noch 22 bis 27 °C, auf der wärmeren Seite 28 bis 31 °C erreicht, wobei das Allgäu und das Alpenvorland ebenfalls etwas weniger warm daherkommen.

Spurlos geht dieser Temperatur- und Luftmassenwechsel nicht an uns vorüber. Heute Abend, wahrscheinlich die Nacht hindurch, und auch am morgigen Mittwoch in bereits abgeschwächter Form muss mit einigen Gewittern gerechnet werden. Hauptschwerpunkt heute Abend ist zunächst der Schwarzwald. Später entwickeln sich auch im Westen einige Gewitter. Diese ziehen allesamt nordostwärts und wachsen zu einem oder zwei größeren Clustern zusammen. Diese bleiben die Nacht hindurch aktiv und erreichen gegen Morgen den äußersten Nordosten, wo sie schließlich gen Ostsee und Polen von dannen ziehen. Hauptgefahr dabei: in erster Linie heftiger Starkregen, aber auch Hagel sowie Sturm- bis hin zu orkanartigen Böen.

Am Mittwoch zieht sich die Hauptaktivität an Gewittern auf eine Linie südlich der Donau zurück. Allerdings kann sich im Tagesverlauf auch zwischen Rhein und Elbe nochmal ein kräftigeres Gewitter bilden, das dann bis zum Abend Richtung Polen zieht. Am Donnerstag gewittert es dann hauptsächlich nur noch aus den Alpen heraus, bevor sich dann endgültig Hochdruck über das Land legt und der restlichen Wetteraktivität den Stecker zieht.

Damit kommen wir zu den ersten Folgeproblemen dieser Witterungsphase: Die anhaltende Trockenheit. Gewitter sind gut und schön, aber helfen aufgrund ihrer nur sehr begrenzten Ausdehnung nicht nachhaltig dabei, den Wasserhaushalt wieder gerade zu rücken. In vielen Landesteilen herrscht eine ausgewachsene Dürre. Im Deutschlandmittel sind bisher im Jahr etwa 360 mm Niederschlag gefallen. Das Soll für den Zeitraum 1991-2020 liegt bei knapp 450 mm zu diesem Zeitpunkt. Das heißt es fehlen statistisch gesehen bereits etwa ein bis zwei komplette Monatsniederschlagsmengen. Insbesondere der Juli war im Südwesten teilweise extrem trocken. An zwei Stationen ist nicht mal 1 mm Niederschlag gefallen während des gesamten Monats.


Monatssumme und Relative Abweichung des Monatsniederschlags für Juli 2026 in Deutschland. (Quelle: DWD)


Das hat wiederum Folgen für die Wälder. Die Waldbrandgefahr ist in größeren Teilen des Landes weiterhin enorm hoch und erreicht oftmals die zweithöchste Stufe im Waldbrandgefahrenindex. Nachdem es bislang schon einige größere Brände gab (z.B. Nationalpark Müritz), bleibt es glücklicherweise bei eher kleineren Flächenbränden. Aber auch diese halten die Feuerwehren bereits ordentlich auf Trab. Das Problem: Auch weiterhin ist keinerlei nennenswerter Niederschlag in Sicht. Entweder fällt nur sehr lokal ergiebiger Regen durch Gewitter, oder Tiefausläufer bringen in der Fläche nur wenige Millimeter, die ebenfalls nicht weiterhelfen. Eine Witterungsumstellung ist bis Ende der Mittelfrist weiterhin nicht in Sicht.


Übersicht des Waldbrandgefahrenindex für die kommenden Tage bis zum Samstag, 08.08.2026. (Quelle: DWD)




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