Ein lockerer Blick auf das kombinierte Radar- und Satellitenbild offenbart bereits, dass wir es mit dem Einfluss zweier Drucksysteme über Deutschland zu tun haben. Einerseits befindet sich die Nordhälfte noch immer im Einfluss des umfangreichen Hochs STEFFEN, das mit seinem Schwerpunkt über Skandinavien liegt und von einem Höhenrücken gestützt wird. Andererseits hat sich die von Süden kommende Warmfront eines Tiefs namens QUIRIA mit Kern über Westfrankreich langsam bis zur Landesmitte voran gearbeitet. An ihr sind wiederholt leichte bis mäßige Regenfälle zu erwarten, die recht großflächig das noch immer ersehnte Nass von oben bringen. Vereinzelt sind auch schauerartige bzw. gewittrige Verstärkungen mit von der Partie.
Apropos Gewitter: Diese kann es heute auf der Rückseite der Warmfront, also über dem äußersten Süden, ebenfalls geben. Meist ist dann Starkregen um 15 bis 20 l/qm in kurzer Zeit das bestimmende Warnelement, kleiner Hagel und stürmische Böen sind aber auch nicht ausgeschlossen. Ansonsten regnet es nachts über der Mitte gebietsweise weiter, sodass hier regional über 10 l/qm zusammenkommen können.
Am morgigen Mittwoch schwächt sich die Warmfront von QUIRIA über der Landesmitte immer weiter ab und kommt durch STEFFENs Bollwerk kaum noch nach Norden voran, sondern zieht eher ostwärts ab. Es bleibt längere Zeit stark bewölkt bis bedeckt mit letzten Tropfen, sodass in der Mitte häufig nur 20 bis 22 Grad zu erwarten sind, im Südwesten sind dagegen schon wieder 29 Grad drin. Prinzipiell sind im Tagesverlauf, vor allem abends, über dem Westen und dem Süden auch Gewitterzutaten wie Feuchte und Labilität ausreichend vorhanden, es mangelt aber am "Zündfunken", nämlich der Hebung, da ein schwacher Keil aus der Höhe wetterwirksam ist. Also ist es unklar bis sehr unwahrscheinlich, ob bzw. dass sich Gewitter entwickeln.
Das sieht am kommenden Donnerstag gänzlich anders aus: Auf QUIRIAs Vorderseite wird eine zunehmend warme bis heiße und mit ausreichend Feuchtigkeit angereicherte Luft nach Deutschland transportiert. Diese ist in der ersten Tageshälfte vom Hochdruckeinfluss weiter nordöstlich "gedeckelt". Somit steht erstmal recht viel Sonnenschein bei Höchstwerten von 27 bis 30 Grad über der Mitte und dem Norden und bis zu 33, ganz vielleicht knapp 34 Grad im Südwesten an.
Die angekündigte Spannung entlädt sich dann abends von Westen her mit Übergreifen der Kaltfront. Hier stimmen im Verlauf sämtliche Gewitterzutaten wie Feuchte, Labilität, Hebung und Windscherung, sodass zunächst einzelne, später immer mehr werdende und teils heftige Gewitter das Abendwetter im Westen prägen werden.
Diese können sowohl beim Starkregen, als auch bei Sturm und Hagel unwetterartig ausfallen. Denkbar ist, dass sich abends ein größeres Gewittersystem bildet, das dann nach Nordosten zieht, bevor nachts weitere Schauer und heftige Gewitter auf die Landesmitte übergreifen könnten.
Ab Freitag ist die Großwetterlage zwar weitestgehend ersichtlich, im Detail aber noch unsicher. Die Kaltfront erreicht zögerlich den Osten, sodass auch hier heftige Schauer und Gewitter mit Unwetterpotential drohen. Von Westen kommen im Tagesverlauf aber weitere Gewitter auf, die möglicherweise erneut ein Unwetterpotential in einem gut gescherten Umfeld bieten könnten (Achtung: Sturm!). Bei den Temperaturen kann man auf den Konjunktiv jedoch verzichten: Bei 21 bis 28 Grad, ganz im Osten knapp 30, ist definitiv Schluss.
Zum Wochenende nur ein Satz: Mit einer auflebenden Westdrift wird es zusehends windiger mit einem Nordwest-Südostgefälle hinsichtlich des Wettercharakters und mit dem "schlechteren" Ende für die Nordlichter.


