02. Oktober 2026 | Denny Karran

Deutschlandwetter im September 2026

Deutschlandwetter im September 2026

Datum 02.10.2026

Sommerliche Wärme, extreme Trockenheit im Südwesten und reichlich Sonne im Süden

Der erste meteorologische Herbstmonat verband sommerliche Temperaturen mit herbstlich frischen Nächten und Tagen. Besonders markant war jedoch sein Finale: Zum Monatsende stellte sich eine Wärmephase ein, die im klimatologischen Vergleich außergewöhnlich war und für viele Menschen in Deutschland außerhalb dessen gelegen haben dürfte, was sie aus eigener Erfahrung kennen. In der Gesamtbilanz war der September nicht nur ungewöhnlich warm, sondern im Süden auch außergewöhnlich sonnig und im Südwesten extrem niederschlagsarm. Im Norden fiel dagegen regional deutlich mehr Regen. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Getreideernte in der Magdeburger Börde (Sachsen-Anhalt).


Hitzespitzen, vorübergehende Herbstfrische und außergewöhnlich warmes Finale

Deutschlandweit wird der September 2026 mit einer Mitteltemperatur von 15,9 °C und damit rund 2,6 Grad über dem Klimamittel 1961 bis 1990 (13,3 °C) enden. Gegenüber 1991 bis 2020 (13,8 °C) lag das Plus bei 2,1 Grad. Somit zählt er zu den zehn wärmsten Septembern seit 1881. Mit einer markanten Erwärmung in der ersten Monatsdekade stieg am 8. die Temperatur an der Station Ohlsbach im Oberrheingraben auf 34,5 °C – bundesweiter Höchstwert. Mit der dritten Dekade kühlte es vorübergehend deutlich ab. Lokal trat Luftfrost auf. Meßstetten-Appental auf der Schwäbischen Alb meldete am 24. mit -1,4 °C den niedrigsten Wert der Republik. Auf diese frühherbstliche Abkühlung folgte zum Monatsende ein außergewöhnlicher Temperaturanstieg. In dieser sommerlichen Spätwärme wurden vor allem im Südwesten erneut über 30 °C sowie neue stationsspezifische Dekadenrekorde gemeldet.

Trockener September mit extremer Niederschlagsarmut im Südwesten und nassem Norden

Deutschlandweit brachte der September 2026 knapp 40 l/m² und damit etwa 34 Prozent weniger Niederschlag als im Referenzzeitraum 1961 bis 1990 (61 l/m²). Gegenüber 1991 bis 2020 (65 l/m²) betrug das Defizit rund 39 Prozent. Regional konzentrierte sich der Monatsniederschlag vor allem auf den Norden und die Küsten. Dort fielen an einigen Stationen über 125 l/m², Die höchste Tagessumme meldete die DWD-Station Drochtersen in Niedersachsen am 4. mit 57 l/m². Dagegen ging der Südwesten nahezu leer aus. In Teilen von Rheinland-Pfalz fielen keine 10 l/m², im Saarland wurden nicht einmal 5 l/m² erreicht.

Im Süden außergewöhnlich viel Sonnenschein, im äußersten Norden deutlich trüber

Mit rund 192 Sonnenstunden war der September 2026 deutschlandweit sonniger als im Referenzzeitraum 1961 bis 1990 (150 Stunden). Das Plus entsprach etwa 28 Prozent. Auch gegenüber 1991 bis 2020 lag die Sonnenscheindauer noch rund 22 Prozent über dem Durchschnitt (157 Stunden). Besonders sonnig war es im Süden Deutschlands: Gebietsweise wurden mehr als 250 Stunden registriert. Im äußersten Norden zeigte sich die Sonne dagegen deutlich seltener; örtlich erreichte die Sonnenscheindauer nicht einmal die Hälfte der Werte aus dem sonnenreichen Süden.

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im September 2026*

Platz

Station

Bundesland

durchschnittliche
Temperatur

Abweichung
1Bad BergzabernRheinland-Pfalz19,4 °C+4,5 Grad
2Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg18,8 °C+3,5 Grad
3Ohlsbach Baden-Württemberg18,8 °C+4,0 Grad

Vergleichsweise kühle Orte im September 2026*

Platz

Station

Bundesland

durchschnittliche
Temperatur

Abweichung
1CarlsfeldSachsen11,8 °C+2,0 Grad
2Zinnwald-GeorgenfeldSachsen11,9 °C+2,2 Grad
3Deutschneudorf-BrüderwieseSachsen12,2 °C+0,9 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im September 2026**

PlatzStationBundesland

Niederschlags-
menge

Anteil
1Cadenberge Niedersachsen 142,2 l/m²179 %
2JoldelundSchleswig-Holstein138,9 l/m²151 %
3Groß Wittensee Schleswig-Holstein134,6 l/m²169 %

Besonders trockene Orte im September 2026**

Platz

Station

Bundesland

Niederschlags-
menge

Anteil
1Henschtal Rheinland-Pfalz0,8 l/m²1 %
2Losheim-NiederlosheimSaarland0,8 l/m²1 %
3MerzigSaarland1,1 l/m²2 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im September 2026**

PlatzStationBundesland

Sonnenschein-
dauer

Anteil
1Rheinfelden Baden-Württemberg268 h155 %
2Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg268 h150 %
3FreiburgBaden-Württemberg266 h149 %

Vergleichsweise sonnenscheinarme Orte im September 2026**

PlatzStationBundesland

Sonnenschein-
dauer

Anteil
1Glücksburg-Meierwik Schleswig-Holstein121 h90 %
2LeckSchleswig-Holstein122 h87 %
3HohnSchleswig-Holstein123 h83 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatsmittelwertes
zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode,
normal = 100 Prozent).

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

Hinweis: Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und alle
Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.



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