Die Wetterlage hat sich an diesem Wochenende grundlegend umgestellt. Nachdem in den ersten Juliwochen insbesondere in der Südwesthälfte öfters Hochdruckeinfluss herrschte und die kräftige Julisonne die Höchstwerte über die 30-Grad-Marke trieb, bleibt ganz Deutschland nun von einer weiteren Hitzewelle verschont. Verantwortlich dafür ist zum einen das Hoch MORITZ mit Schwerpunkt über dem Nordostatlantik und zum anderen Tief CERRY mit mehreren Tiefdruckkernen über dem östlichen Skandinavien. Gemeinsam sorgen diese beiden Druckgebilde dafür, dass verhältnismäßig kühle Luft aus nordwestlicher Richtung nach Deutschland einfließen kann.
An dieser Grundkonstellation mit hohem Luftdruck westlich von Deutschland und tiefem Luftdruck nördlich und östlich des Landes wird sich auch mindestens bis zum nächsten Wochenende nichts ändern. Bei den Temperaturen ergibt sich dabei ein deutliches Nordost-Südwestgefälle. Während in der Südwesthälfte zumindest regional Sommertage mit Höchstwerten über 25 Grad auf der Agenda stehen, bewegen sich die Höchstwerte in der Nordosthälfte meist zwischen 19 und 23 Grad. An den Küsten bleibt es bei auflandigem Wind noch frischer, sodass dort mitunter ein eher frühherbstlicher Wettercharakter herrscht. Ein teils strammer Nordwestwind tut sein Übriges dafür.
Bisher war der Juli deutlich wärmer als das vieljährige Mittel. Derzeit (Stand: 19.07.2026 09 MESZ) liegt die Mitteltemperatur bei 20,1 °C (ausgenommen Bergstationen oberhalb von 920 m NHN). Der Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (16,9 °C) wird damit derzeit um 3,2 Grad überschritten. Auch im Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 (18,3 °C) fällt der Temperaturüberschuss mit 1,8 Grad noch deutlich aus. Von einem rekordwarmen Juli ist man mit diesem Wert aber weit entfernt, denn im Jahr 2006 wurde in Verbindung mit dem Sommermärchen, von dem wir Deutschen fußballerisch derzeit meilenweit entfernt sind, ein Temperaturmittel von 22,0 °C registriert. Mit dem derzeitigen Wert würde zum Monatsende ein sechster Platz zu Buche stehen, aber die Prognosen deuten an, dass sich der Wert der Monatsmitteltemperatur noch um etwa ein Grad verringert.
Am meisten Heiße Tage mit einem Höchstwert von über 30 °C gab es entlang des Oberrheins (12 bis 15 Tage), während im Norden die 30-Grad-Marke nur ganz vereinzelt geknackt wurde. Spitzenreiter ist Rheinfelden (Baden-Württemberg) mit 15 Heißen Tagen. Auch das bisherige Deutschlandmaximum wurde mit 36,6 °C am 11.7. in Rheinfelden gemessen. Gegenüber dem Juni waren Tropennächte (Tiefstwert nicht unter 20 °C) im bisherigen Juli eher Mangelware. Nur von der Pfalz bis zum Rhein-Main-Gebiet wurden ein bis drei, an der Station Bad Bergzabern (Rheinland-Pfalz) sechs Tropennächte registriert. In der nachfolgenden Tabelle (Stand: 19.07.2026 09 MESZ) sind einige Stationen mit der Anzahl an Heißen Tagen, Sommertagen (Maxima mindestens 25 °C) und Tropennächten aufgelistet.
| Station | Heiße Tage | Sommertage | Tropennächte |
| Rheinstetten (BW) | 12 | 18 | 1 |
| Stuttgart-Schnarrenberg (BW) | 7 | 18 | 3 |
| Frankfurt-Flughafen (HE) | 10 | 18 | 5 |
| Düsseldorf (NRW) | 5 | 14 | 0 |
| München-Stadt (BY) | 3 | 16 | 0 |
| Dresden-Klotzsche (SN) | 0 | 11 | 1 |
| Hannover (NI) | 0 | 9 | 0 |
| Hamburg-Fuhlsbüttel (HH) | 0 | 8 | 0 |
| Berlin-Tempelhof (BE) | 3 | 12 | 0 |
| Rostock-Warnemünde (MW) | 0 | 3 | 0 |

