Wir nutzen daher die Gelegenheit, dem Thema dieses Aktionstages auch von unserer Seite etwas beizusteuern.
Kopfschmerzen gelten als eine der häufigsten Gesundheitsbeschwerden in Deutschland. Laut Deutscher Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) leiden täglich etwa drei Millionen Erwachsene daran. Die Beschwerden können durch eine Vielzahl an Ursachen ausgelöst werden. Darunter fallen zum Beispiel Reizungen schmerzempfindlicher Organe wie der Hirnhaut, des Sehnervs oder der Nervenstränge. Doch auch Wetter und vor allem Wetterveränderungen können zu körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen führen. Die Wissenschaft dahinter nennt sich Biotropie (Bio = Leben, Tropie = Veränderung), also die Lehre über wetterbedingte Beeinflussung des Körpers.
Menschen besitzen die Fähigkeit, eigene Regelgrößen wie die Körperkerntemperatur trotz Schwankungen der Umwelt in einem bestimmten Bereich konstant zu halten. Über die Regulierung zum Beispiel der Herzaktivität, des Blutdrucks oder der Atmung wirkt das vegetative Nervensystem äußeren Störungen entgegen. Kommt das Nervensystem diesen Anpassungen nicht rechtzeitig hinterher, kann es zu Unwohlsein kommen. Dieser Zustand wird dann als „wetterfühlig“ bezeichnet und kann mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Migräne, Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Schlafstörungen einhergehen. Auf etwa die Hälfte der Bevölkerung trifft dies zu. Verstärkt werden können die Beschwerden, wenn zusätzlich auch noch Vorerkrankungen vorliegen. Diese Personengruppe umfasst etwa 10-15 % und wird als „wetterempfindlich“ bezeichnet. Besonders Rheuma, Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Probleme sowie psychische Erkrankungen zeigen ein signifikant stärkeres Wirken in Zusammenhang mit bestimmten Wetterlagen.
Dabei wirkt immer die Gesamtheit der meteorologischen Parameter auf den Menschen ein. Also die Änderung der Lufttemperatur, Feuchte, Druck und Wind. Wetterlagen, bei denen sich diese Parameter rasch ändern, sind Durchzüge von Warm- oder Kaltfronten. Je nach Sektor, in dem man sich dabei befindet, sind unterschiedliche Beschwerden typisch.
Für alle wetterfühligen oder wetterempfindlichen Personen, die sich über die Auswirkungen der Wetterlagen in den kommenden Tagen informieren möchten, erstellt der Deutsche Wetterdienst täglich eine Gefahrenkarte für Wetterfühlige. Darauf ist bis zu 2 Tage im Voraus einzusehen, wo für welche Personengruppen erhöhte Befindensbeeinträchtigungen vorliegen. In der Karte können auch positive Einflüsse eingezeichnet sein. Dies ist zum Beispiel in warmen Hochdrucklangen ohne Bodeninversion der Fall. Dort können das allgemeine Befinden und das Herz- und Kreislaufgeschehen begünstigt werden, weshalb dies als anregende, konzentrations- und leistungssteigernde Wetterlage empfunden wird.
Es gibt verschiedene Methoden, der Beeinträchtigung durch Wetterumschwünge entgegenzuwirken beziehungsweise sich demgegenüber resistenter zu machen. So kann zum Beispiel die Anpassungsfähigkeit des Nervensystems trainiert werden, indem regelmäßig Wechselduschen genommen werden oder durch häufige Aufenthalte draußen bei unterschiedlichsten Wetterlagen. Weiter ist ein gesunder und stressfreier Grundzustand förderlich. Es sollte also auf genügend Schlaf, Vermeidung von Stress und eine gesunde und ausgewogene Ernährung geachtet werden.
In diesem Sinne: euch allen einen hoffentlich kopfschmerzfreien Kopfschmerztag.
